Berichte

Am Montag, den 5.1.2026, trafen sich angeregt von der Friedensinitiative Bruchsal mehrere Menschen auf dem Bruchsaler Marktplatz. Mit Bannern und selbst gemalten Plakaten protestierten sie gegen die völkerrechtswidrige Militäraktion der USA in Venezuela. Passanten kamen mit den Friedensbewegten ins Gespräch und waren dankbar, dass mit dieser Aktion die Stimme gegen das US-amerikanische Unrecht erhoben wurde. Rüdiger Czolk, ein Mitglied der Friedensinitiative, kündigte an, dass es weitere Mahnwachen zu Venezuela geben wird. Eine nächste ist bereits für Mittwoch, den 7.1.2026, um 16:00 Uhr auf dem Marktplatz in Bruchsal organisiert.

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Veranstaltung am 8. November 2025.

Am 8.11.2025 trafen sich Aktive der Friedensinitiative und interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Bruchsaler Innenstadt, um an verschiedenen Stellen an den Synagogenbrand vor 87 Jahren zu erinnern. In der Innenstadt wurden die Stolpersteine in der Friedrichstraße, Kaiserstraße und am Bahnhofplatz gereinigt. Die Teilnehmenden trugen anschließend eine halbe Stunde lang die Biographien der jeweiligen Opfer vor.
Einigen Passanten fiel auf, dass in kurzen Abständen in der Fußgängerzone Menschen standen, die etwas vorlasen. Diese Aktion führte die große Anzahl der Stolpersteinplätze allein in der Innenstadt vor Augen – ein Beleg dafür, wie eng die jüdische Bevölkerung damals in Bruchsal in die Stadtgemeinschaft eingebunden war.
Im Anschluss trafen sich alle Mitwirkenden und weitere Personen am Platz der ehemaligen Synagoge. Dr. Rüdiger Czolk begrüßte die Anwesenden im Namen der Friedensinitiative. Er erklärte, dass dieses jährliche Gedenken an die Pogromnacht eine leider immer noch notwendige Tradition ist, die die Friedensinitiative seit den 1990er
Jahren regelmäßig durchführt. Um zu verdeutlichen, wie es den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern erging, verlas Dr. Czolk das Schicksal von Benjamin Bravmann. An ihn erinnert ein Stolperstein in der Einfahrt zum ehemaligen Feuerwehrhaus. Bravmann war einer der 92 jüdischen Bruchsalerinnen und Bruchsaler, die vor 85 Jahren nach Gurs deportiert wurden. In Erinnerung an diese Menschen trugen einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer Plakate mit den Fotos der Deportierten. Oberbürgermeister Sven Weigt dankte in seiner Rede der Friedensinitiative, für ihr ständiges Engagement beim Erinnern an die Gräuel der Nationalsozialisten. Weigt betonte, dass wir gerade heute wieder wachsam sein müssen, nicht nur in Bruchsal, sondern auch in Deutschland. Zum Abschluss zitierte der Oberbürgermeister den Zeitzeugen und Überlebenden des Konzentrationslagers, Marian Turski. Turski
formulierte ein elftes Gebot, das er an die ganze Welt gerichtet hat: Seien wir nicht gleichgültig!
Die Aktion der Friedensinitiative wurde mit einer Gedenkminute der Anwesenden an die Opfer beendet.

Informationen zu der Bruchsaler Geschichte 1933 – 1945 finden Sie in unserer Broschüre „Bruchsal unterm Hakenkreuz“, die in der Rubrik „Archiv“ zum Download bereit steht.

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Rundgang am 22.10.2025 zum 85. Jahrestag der Deportation der jüdischen Bürgerinnen und Bürger nach Gurs.

Die Friedeninitiative beteiligte sich an den zahlreichen städtischen Veranstaltungen anlässlich des 85. Jahrestages der Deportation der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger nach Gurs mit ihrem Rundgang „Bruchsal unterm Hakenkreuz“. Der Weg führt über den Otto-Oppenheimer Platz (damals Adolf-Hitler-Platz) durch den Bürgerpark und am Mahnmal für die ehemalige Hinrichtungsstätte der „Psycha“ vorbei Richtung Schloss. Zahlreiche Stolpersteine entlang der Hutten- oder Friedrichstraße erinnern an jüdische Bürger und Bürgerinnen, die dort lebten. Mit gelben Punkten auf einem Stadtplan zeigte Czolk, wo vor 1933 jüdische Geschäfte waren. Der Rundgang führt immer schmerzhaft die Geschichte vor Augen und wird regelmäßig von der Friedensinitiative angeboten.

Rede zum Gedenken an 85 Jahre Deportation nach Gurs (22.10.25)
Seit über 35 Jahren führt die Friedensinitiative Bruchsal – so auch heute - Interessierte an Stellen in 
Bruchsal, die mit dem Nationalsozialismus zu tun haben. Dabei ging es und geht es uns nicht darum, die 
damals Beteiligten anzuklagen. Uns geht es darum aufzuzeigen, wie es zu dieser unmenschlichen Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten kommen konnte. Uns geht es darum, was wir aus dieser Geschichte lernen können,
damit sich so ein unmenschliches Regime nicht wieder etabliert, damit sich diese Grausamkeiten von damals 
nicht in so oder in einer ähnlichen Art wiederholen. Was ist damals geschehen? Die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger wurden systematisch als Feindbild aufgebaut und entmenschlicht. Dies hatte zur Folge, dass es
nur wenig, bis keinen Widerstand gab. Wer stand auf als jüdische Nachbarn zunächst ausgegrenzt und drangsaliert wurden? Wer erhob die Stimme als sie abgeführt oder im großen Stil – wie heute vor 85 Jahren in 
Bruchsal – deportiert wurden? Dies konnte nicht nur geschehen, weil es Mitwirkende an dieser Grausamkeit 
gab, Mitwirkende bei den Deportationen und Ermordungen. Es konnte vor allem auch geschehen, weil viele
weggeschaut haben. Vielleicht denkt jetzt der ein oder die andere: „Aber in einem Terrorregime ist das
Aufbegehren doch nicht möglich.“
Hier möchte ich als Gegenbeispiel aus jener Zeit die bulgarischen, geistlichen Führer der orthodoxen Kirche nennen. Als die Nazis in Deutschland und den überfallenen Ländern die jüdische Bevölkerung deportierten, 
blieben diese Kirchenangehörige standhaft. Durch ihren gewaltlosen Widerstand haben Sie es geschah, dass kein einziger bulgarischer Jude von den Nazis außer Landes geschafft wurde. Kein bulgarischer Jude wurde in 
den Todeslagern im Osten ermordet. Nur in Bulgarien gab es nach dem zweiten Weltkrieg eine noch lebendige 
jüdische Gemeinschaft. Wie war das möglich? Der Zusammenhalt und das gemeinsame Widerstehen verhinderten, 
dass die Aggressoren ihre Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung auch in Bulgarien begehen konnten.
Was können wir daraus lernen. Wir müssen wachsam sein, wenn Menschengruppen aufgrund ihrer Religion oder aufgrund ihrer Herkunft ausgegrenzt, dann dämonisiert und schließlich nicht mehr als Menschen betrachtet werden. Dann müssen wir rechtzeitig aufstehen und uns wehren. Rechtzeitig deshalb, weil diese Ausgrenzung schleichend und fast unbemerkt erfolgt.
Gerade dieser Tage wird behauptet, dass „wir natürlich im Stadtbild immer noch diese Probleme haben“. Diese Aussage zielte auf Menschen mitten unter uns, die aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen sind, um 
hier in Frieden zu leben. Sie gehören angeblich nicht hierher, sie gehören abgeschoben.
Solche Aussagen sind spalterisch, solche Aussagen grenzen aus, solche Aussagen sind der Anfang. Wie kann 
das Straßenbild ein Problem sein? Geht es nicht viel mehr darum, unsere gemeinsamen Werte zu verteidigen. 
Zum Beispiel den Artikel 1 unseres Grundgesetzes. Hier noch einmal zur Erinnerung zitiert: Absatz 1 - 
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen 
Gewalt. Und weiter heißt es da in Absatz 2 - Das Deutsche Volk bekennt sich daher zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der 
Gerechtigkeit in der Welt.
Haben wir kein Problem damit, wenn Aussagen – wie die oben zitierte – diese Grundwerte missachten? 
Ist es uns egal, wenn Parteien, die ganz offen die demokratischen Prinzipien abschalten wollen, in unserem Land immer größere Mehrheiten erhalten? Damals waren es die Juden, wer wird es morgen sein? 
Ich möchte an dieser Stelle Pfarrer Martin Niemöller zitieren: Als die Nazis die Kommunisten holten, habe 
ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich 
war ja kein Gewerkschafter, Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude. 
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.
Lassen wir es nicht wieder soweit kommen. Protestieren wir rechtzeitig und gehen auf die Straße, um uns zu wehren. Halten wir die Erinnerung aufrecht. In diesem Sinne wird die Friedensinitiative – wie jedes Jahr – auch dieses Jahr wieder öffentlich an die Pogromnacht am 9.11.38 erinnern. An die Nacht als vor 87 Jahren 
auch hier in Bruchsal an dieser Stelle die Synagogen brannten. Lassen Sie uns wachsam sein! Danke.

Weitere Infos zum Stadtrundgang finden Sie in unserer Broschüre „Bruchsal unterm Hakenkreuz“,
die in der Rubrik „Archiv“ zum Download bereit steht.
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Wir – die Bruchsaler Friedensinitiative – nahmen am 3. Oktober 2025 in Stuttgart an der Demo gegen Hochrüstung und Kriegstüchtigkeit teil. Ein breites Bündnis aus 300 Organisationen riefen in Berlin und Stuttgart an dem Tag zu Friedensdemonstrationen auf und setzten ein unübersehbares deutliches Zeichen für Frieden und gegen Hochrüstung und Kriege.

https://friedensdemo0310.org/
Die Liste der mehr als 300 Organisationen und Initiativen kann hier eingesehen werden: https://friedensdemo0310.org/unterstuetzer/

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Mit weißen T-Shirts mit der Aufschrift:
„WAR UM ?“ waren die Mitglieder der Friedensinitiative Bruchsal im August 2024 schon von weitem in der Fußgängerzone in Bruchsal erkennbar. An drei Tagen (Samstag, den 2.8., Mittwoch, den 6.8. – dem Tag des ersten Atombombenabwurfs durch Amerika 1945 auf Hiroshima – und am Samstag, den 9.8., dem Tag des zweiten und letzten Einsatzes der Atombombe auf Nagasaki auch durch die USA) gedachte die Friedensinitiative Bruchsal den Opfern und des unmenschlichen Leids, das durch die Atombombeneinsätze vor 80 Jahren bis heute entstanden ist. Atomwaffen sind mittlerweile durch den Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) verboten.

Der Vertrag trat am 21.01.2021 mit der Ratifizierung von 50 Staaten in Kraft. Diese Zahl ist inzwischen auf 70 angewachsen. In Europa haben nur Österreich und Irland den AVV ratifiziert – Deutschland fehlt. Eine Frage der Friedensinitiative war: Wann tritt Deutschland diesem Abkommen bei und erklärt, dass es auf deutschem Boden diese unmenschlichen Waffen nicht mehr geben darf?