»Friedenschaffen mit Angriffswaffen?
Mittelstreckensysteme in Deutschland – gefährlich und destabilisierend!
Vortrag von Jürgen Wagner (IMI) in Bruchsal, 5.3.2025

Unter diesem Titel hatte die Friedensinitiative Bruchsal am Aschermittwoch 2025 ins Lutherhaus eingeladen. Der Vortragende war Jürgen Wagner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Tübinger Informationsstelle Militarisierung (IMI). Er beleuchtete in seinen Ausführungen die Hintergründe und Gefahren der geplanten Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland.
Diese wurde am 10.7.2024 ohne vorherigen Beschluss des Bundestags verkündet. Dabei handelte es sich um die Stationierung strategischer Waffen, die nur für offensive Zwecke geeignet sind. Sie wären in der Lage, russische Führungszentralen und Atomanlagen mit extrem geringen Vorwarnzeiten anzugreifen und zu vernichten. Die Folgen, so Wagner, wären destabilisierend und gefährlich und könnten im schlimmsten Fall bei Fehlalarmen zum Start von Atomraketen führen. Deutsche Städte würden damit zu erstrangigen Zielen.
Ungeklärt ist, wer die Stationierung bezahlt, wie viele Raketen stationiert werden und wer deren Einsatz befiehlt. Zweifellos trage Russland maßgeblich zu der hochriskanten Gemengelage bei, erklärt Wagner. Umso wichtiger sei es, die Gefahren einer atomaren Auseinandersetzung nicht durch die geplante Stationierung fahrlässig zu vergrößern. Stattdessen sollten Maßnahmen, die erwiesenermaßen einer solchen Katastrophe entgegenwirken, aktiviert werden: Risikominimierung, Rüstungskontrolle und Konzepte wie die strukturelle Nichtangriffsfähigkeit. Positiv hob der Referent hervor, dass trotz medialer Dauerbeschallung bisher eine Mehrheit der Bevölkerung die Stationierung ablehnt. Er verwies auf die Notwendigkeit, Fakten und Hintergründe in die Öffentlichkeit zu tragen. Wagner empfahl die Unterstützung von Kampagnen wie Berliner Appell oder Friedensfähig statt Erstschlagfähig.
Dem Vortrag folgte eine lebhafte Diskussion.


